Ausdrucksverhalten von Hunden

Nach einer etwas längeren Pause, geht es nun mit den Ausdrucksmitteln des Hundes weiter. Wie bereits im letzten Blogbeitrag erwähnt, setzen Hunde für die non-verbale Kommunikation verschiedene Körperteile in unterschiedlicher Kombinationen ein.

 

Zu den Ausdrucksmitteln zählen vor allem der Kopf mit Ohren, Augen, Stirn und Schnauze sowie die Rute, die gesamte Körperspannung und die Rückenhaare.

 

Statur, Haltung und Körperspannung spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle für das optische Ausdrucksverhalten eines Hundes. Die Ohrenstellung gibt sehr gut Aufschluss über die aktuelle Stimmung des Hundes. Dies ist natürlich auch immer abhängig von rassetypischen Ohrenstellungen zu betrachten. Stehohren sind sehr beweglich und ermöglichen eine Drehung nach vorne und hinten, sowie ein komplettes Anlegen oder Aufstellen der Ohrmuscheln. Schlappohren können meist nur einschränkt gedreht werden, was den Hund in seiner Ausdrucksfähigkeit beeinflusst.

Augenblicke

Die Stirn ist immer im Zusammenhang mit den Ohren zu sehen, denn nach hinten gezogene Ohren bewirken automatisch eine glatte Stirnzone. Werden die Ohren jedoch nach vorne aufgestellt, wird eine Stirnfurche sichtbar. Bei Hunden mit ausgeprägten Gesichtsfalten verliert die Stirnregion jedoch an Aussagekraft.

 

Wie beim Menschen auch, sind die Augen ein sehr ausdrucksstarkes Kommunikationsmittel der Hunde. Die Augen stehen auch immer mit den Ohren im Zusammenhang, so sind die Augenlider beispielsweise bei zurück gelegten Ohren, aufgrund der Spannung der Haut, weit geöffnet. Je weiter die Ohren nach vorne aufgestellt werden, desto mehr nähern sich die Augenlider einander an.

Rutenhaltung - Signalwirkung

Wie bereits im letzten Beitrag erwähnt, ist die Rutenhaltung und -bewegung oft Quell von
völliger Missinterpretation durch Menschen. Da die Rute bei einigen Rassen durch züchterische Eingriffe sowohl in Form als auch in Haltung maßgeblich verändert wurde, ist auch hier keine allgemeingültige Aussage zu treffen.

 

Die rasseabhängige Rutenhaltung reicht von einem lockeren bogenförmigen Herabhängen, über das Tragen der Rute in senkrechter Stellung über der Rückenlinie bis hin zu einer Ringelrute. Bei einigen Rassen, wie beispielsweise bei einigen Windhunden, wird die Rute häufig unter den Bauch gezogen, sprich eingeklemmt, getragen.

 

Entspannte Körperhaltung

Die neutrale Körperhaltung und der sogenannte „Normalausdruck“ (Rutenhaltung, Ohrenhaltung, Gliedmaßen, etc.) eines Hundes werden ebenso stark von seiner Rassezugehörigkeit beeinflusst.

 

Hunde mit Ringelruten haben eine völlig andere neutrale Körperhaltung als Hunde mit langer Rute. Ebenso sind nordische Rassen oft mit hoch erhobenem Kopf, aufgestellten Ohren und sehr subtiler Mimik unterwegs, was bei anderen Rassen eher auf eine aufgeregtere Körperhaltung (e.g. Jagdverhalten) schließen lassen würde.

 

Das gesamte Bild ist von Bedeutung

Die Bedeutung der Körpersprache eines Hundes sollte daher nie singulär betrachtet werden, sprich immer im Kontext mit der jeweiligen Situation und deren Beteiligten. Die Aktion eines Körperteils steht nie alleine, sondern muss immer im Gesamtkontext gesehen werden.

 

Daher ist es so wichtig, das Ausdrucksver-halten seines eigenen Hundes zu erkennen und die Grundlagen der Körpersprache bei Hunden im Allgemeinen - dann sind Hundebe-gegnungen auch angenehme und, wenn man es nutzt, sehr lehrreiche Situationen!